wahrgenommen werden, Aufmerksamkeit genießen,
bei anderen angesehen sein – das fühlt sich gut an.
Besonders wohltuend: ein liebevoller Blick.
Wenn ich spüre: Da meint es jemand gut mit mir.
Da hat mich jemand ins Herz geschlossen. Ist schon erstaunlich, was uns die Augen unseres Gegenübers verraten können.
„Die Augen sind die Fenster der Seele“, so hat Hildegard von Bingen (1098-1179), eine engagierte Christin und hochgelehrte Frau des Mittelalters, es auf den Punkt gebracht.
Und je nachdem, wie uns jemand anblickt, kann das verunsichern, traurig oder wütend machen – oder eben enorm guttun.
Einer, der uns immer voller Liebe anschaut, das ist Gott. So ist das Bibelwort, das uns als Jahreslosung durch das Jahr 2023
begleiten will, zu verstehen. Hagar, eine Frau, die schlimmes Mob-bing erleben und viele böse Blicke einstecken musste, hatte erfah-ren, dass Gott zu ihr steht. Sie erkannte, dass er ihre Not und ihre Traurigkeit sah. Und dass er Gutes mit ihr vorhat. Hagar spürte: Gott schaut mich liebevoll an. Das tröstete sie und gab ihr neuen Mut. Und sie sagte zu ihm: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“
Das gilt auch Dir, liebe Leserin, lieber Leser und mir. Auch auf uns ruht Gottes liebevoller Blick. Er sieht uns mit allem, was uns gerade ausmacht. Mit den Sorgen, die da sind. Mit dem, was uns froh macht oder traurig. Gott sieht Dich! Und Du bist angesehen bei ihm. Das darf Dir Sicherheit geben und ein gutes „Standing“ – mitten in Deinem Alltag.
Wie schauen wir eigentlich andere Menschen an? Wie schauen wir auf unsere Welt, die so leidet unter Krieg, Corona und der Klima-krise?
Ich wünsche Euch für die Weihnachtszeit und für das neue Jahr 2023 jedenfalls ganz viele liebevolle Augen-Blicke!
Herzliche Grüße
Euer Pastor